dreads
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-|| 1. Kurze Begriffsklärung. ||-

Als erstes empfiehlt es sich, ein häufiges Mißverständnis aufzuklären, damit Ihr wißt, wovon wir reden, wenn wir "Dreadlocks" sagen. Der Begriff Dreadlocks bezeichnet im Deutschen nicht mehr und nicht weniger als verfilztes Haupthaar. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Haare einfach nicht mehr gekämmt wurden (dies ist die natürlichste Methode, Dreadlocks zu bekommen - funktioniert aber nur bei afrikanischem Haar wirklich gut), oder mit einer speziellen Methode wie beispielsweise dem Backcombing nachgeholfen wurde.

 

  • Eine häufige Abkürzung für Dreadlocks lautet "Dreads". Auf englischen Seiten werden Dreadlocks manchmal auch als "Knotty (Dread) Locks" oder "Natty (Dread) Locks" bezeichnet - gemeint sind aber immer "Dreadlocks".
  • Der Begriff "Locks" ist deshalb schwierig, da im Deutschen damit fast immer Dreadlocks gemeint sind, im Englischen aber mit diesem Begriff z.B. auch die geflochtenen Haare der afrikanischen Massai-Krieger gemeint sein können.
  • Nicht gleichzusetzen sind Dreadlocks mit Rasta-Locken (auch Rastazöpfe oder Rastas genannt), Open Braids oder anderen Flechtfrisuren, denn diese werden eben geflochten und nicht verfilzt. Dreadlocks hingegen sind niemlas geflochten. (eine gute Seite, in der diese Unterschiede noch genauer erklärt werden, findet ihr hier
  • Dreadlocks kann man sich im Gegensatz zu Rastazöpfen nicht durch Haarverlängerung machen lassen. Es gibt lediglich einige ziemlich lächerliche Dreadlock-Perücken (meistens mit Mütze)...

 

B)
  1. -|| Nun aber zum Thema: Woher kommt der Begriff 'Dreadlocks' und was bedeutet er? ||-
  2. Zur Entstehung der Bezeichnung gibt es zwei Thesen. Gemeinsam haben sie, dass sie beschreiben, wie der Begriff "Dreadlocks" auf Jamaika entstand und die Haartracht der dort lebenden Rastafarians bezeichnete und bezeichnet. Außerdem wird "Dreadlocks" in beiden Fällen mit "Furcht-Locken" übersetzt.
  1. These 1)
  1. -|| 'Furchtlocken' als Ausdruck der Ehrfurcht vor dem lebendigen Gott "Jah". ||-
  2. In einigen Büchern wird die Entstehung des Begriffs "Dreadlocks", also der Furchtlocken folgendermaßen erklärt: Die Rastafarians, eine religiöse Gemeinschaft, die noch heute v.a. auf derkaribischen Insel Jamaika lebt, glauben an einen Gott, den sie "Jah" nennen. Ihre Dreadlocks haben spirituelle Bedeutung für die Rastafarians. Sie halten diese für eine Art 'Antennen', mit denen sie göttliche Inspiration erfahren können. Aus diesem Grund, und weil sie so ehr-fürchtig an Jah glauben, hätte man ihre typische Haartracht, die verfilzten Locken, Dread-Locks genannt, wobei "dread" aus dem englischen stammt und "(Ehr-)Furcht" vor Jah bedeutet, während "locks" einfach für die verfilzten Locken steht.
    Ob sich die Rastafarians den namen für ihre Locken selbst wählten, oder er von den übrigen Bewohnern Jamaikas stammt, ist heute wohl kaum mehr zu klären. Sicher ist aber, dass die Rastafarians sich selbst (also nicht ihrer Frisur) den Namen "Natty Dreadlocks" gaben. "Natty" kommt aus dem Englischen (Jamaika war lange Zeit englische Kolonie, deshalb der starke Einfluss auf das Patois, die Eingeborenensprache Jamaikas) und bedeutet 'reinlich, sauber; rein, geschickt'. Dies deutet darauf hin, dass der Begriff "Dreadlocks" zumindest zu Beginn nicht im negativen Sinn zu verstehen war.

These 2) -|| 'Die Angst der Weißen vor den Rastafarians und ihren "Furchtlocken". ||-

Die zweite Erklärungsvariante ist wohl die wahrscheinlichere:
Die Rastafarians machten auf Jamaika in den 1940er Jahren eine Minderheit aus, die zur sozialen Unterschicht gehörte. Diese Rastafarians trugen verfilztes Haar, undzwar neben religiösen Aspekten wie z.B. den Rückbezug auf den biblischen Simson, v.a. aus einem Grund: Sie wollten sich bewußt von der 'importierten' Kultur und dem Schönheitsideal der weißen Oberschicht, also der britischen Kolonialmacht, abgrenzen und gegen die Zerstörung ihrer eigenen Kultur protestieren. Da die verfilzten Locken der Rastafarians dem Schönheitsideal der Weißen nun so garnicht entsprach, entwickelten sich die Locken schnell zum Symbol für die Rastararians, die in den Städten Jamaikas als Outsider, religiöse Freaks etc. galten und oft in Ghettos lebten. Schnell verbreiteten sich allerlei negative Gerüchte über die Rastafarians, so dass die übrigen Leute begannen, sich vor den Rastafarians zu fürchten. "to dread" kommt aus dem Englischen und bedeutet in diesem Fall "sich/etwas fürchten". Es ist auch möglich, dass die Weißen die Haartracht der Rastafarians im besonderen abstoßend fanden. In diesem Fall läßt sich der Name "Dreadlocks" von "dreadful", was auf deutsch 'schrecklich,furchtbar' heißt, herleiten.

 

ANLEITUNG

Du solltest Dein Haar kurz bevor Du mit dem Dreaden anfängst mit Kernseife oder ähnlichem gewaschen haben. Danach am besten gründlich heiß fönen. Es ist sehr hilfreich, wenn Dein Haar trocken ist, bevor Du anfängst.




-|| Schritt 1: Strähnen abteilen. ||-

Wahrscheinlich ist es eine gute Idee, das Haar schon vorher in passende Strähnen einzuteilen und diese mit Haarklammern, Gummibändern oder ähnlichem abzuklemmen. Wenn Du das vorher machst, kann es Dir nicht passieren, dass Du zum Schluß Dreads von ganz unterschiedlicher Größe hast. Wenn Dir das nichts ausmacht, weil Du sowieso unregelmäßige, wilde, Dreads auf dem Kopf haben willst, auch gut, aber pass auf, dass Du keine kleinen Strähnen "vergißt".

Wie groß die Strähnen sein müssen, die Du abteilst, hängt natürlich davon ab, wie fett Deine Dreads werden sollen. Die Dreads werden natürlich dicker als die Haarsträhnen. Ich glaube die Dicke vom kleinen Finger ist ne ganz gute Richtgröße, wenn man normal dicke Dreads haben will... Am besten einfach an einem Dread ausprobieren, die richtige Größe kriegt man schnell raus. Hauptsache die Grundfläche ist möglichst gleichmäßig, entweder rund oder quadratisch.
PS: Je feiner Dein Haar ist, desto kleinere Strähnen solltest Du nehmen...

Zu beachten ist noch, dass unterschiedlich dicke Dreads auch unterschiedlich schnell verfilzen. Fette Dreads verfilzen in aller Regel schneller als dünne, wenn Du Dir also nicht sicher bist, ob Du dünne oder dicke Dreads machen willst, dann würde ich Dir zu dicken raten.
Überlege Dir Deine Wahl in jedem Fall gründlich, denn es ist sehr schwer, nach dem Dreaden z.B. aus zwei dünnen Dreads einen großen zu machen.

   












-|| Schritt 2: Die eigentliche Arbeit, das Dreaden. ||-

Nimm eine Strähne, die Du vorher abgeteilt hast, und klemme alles Haar darum mit Haarklammern o.ä. so ab, dass es Dich beim Dreaden der Strähne nicht behindert. Entferne dann das Gummiband oder die Klammer aus der Strähne, die Du Dreaden willst. V.a. Wenn Du Dir die Dreads selber machst, würde ich am Hinterkopf anfangen, da es dort natürlich schwieriger ist. Ich habe mir die Dreads auch ganz allein gemacht und vorne angefangen. Nach 2 Stunden hing mir das BackCombing zum Hals raus und ich hatte den schwierigen Hinterkopf noch vor mir... *g*

Backcombing bedeutet "zurück kämmen", das heißt, man kämmt mit einem feinzinkigen Läuse - oder Tierkamm (der aus Metall sein sollte, weil sonst die Spitzen brechen !) von den Spitzen zum Ansatz hin, also in die "verkehrte" Richtung. Dabei muß man die ganze Zeit die Strähne fest anziehen, so dass sie ständig gespannt ist. Man fängt unten am Ansatz an, gegen die Kopfhaut zu kämmen und arbeiteet sich langsam weiter nach oben, wobei man immer fest gegen den Strich kämmt.
Der Trick dabei ist, dass man nach und nach die Haare einzeln losläßt, während man fest kämmt. Die losgelassenen Haare (die etwas kürzeren Haare der Strähne zuerst) werden dann nach unten gedrückt und bilden das, was später der Dreadlock wird.

Man muß die Strähen wirklich fest halten und anziehen, während man kämmt. Wenn sich beim Kämmen eher ein Filzknäuel bildet (und es wird meistens so sein...), der nicht rund ist, dann solltest Du den Knäuel mit der Hand zusammendrücken, drehen, anziehen und dann wieder fest gegen den Strich kämmen, solange bis der Kamm nicht mehr durchkommt. Das machst Du dann solange, bis er rund wird. Nur nicht die Geduld verlieren, es funktioniert wirklich !

Stell Dir das Dreaden nicht zu leicht vor, das Backcombing und das Ziehen an den Haaren wird evtl. auch etwas weh tun und Du oder Dein Freund wirst/wird Stunden brauchen, bis Du etwas dreadlock-ähnliches auf dem Kopf hast ! Wenn Du das nicht aushälst, dann solltest Du den Gedanken an Dreads lieber aufgeben, es erspart Dir 'ne Menge Mühe. Willst Du aber wirklich in einem Jahr (solange wird es dauern, bis die Dreads wirklich verfilzt sind) mit hammergeilen Dreads rumlaufen, hast Du Geduld und Zeit für Deine Dreads, dann wird Dich das alles nicht sonderlich kratzen. Denk an das Ziel.

Fight on, Dreadlock-Soldier ! ;)

Besonders schwierig wird es sein, die Ansätze und Spitzen zu verfilzen. Aber vor allem bei den Ansätzen ist es wichitg, dass Du Dir Mühe gibst. Wenn die Ansätze nicht verfilzen, dann wird es auch das Haar, das später nachwächst nicht tun ! Aber keine Angst, wenn Deine Ansätze nur schlecht verfilzen, das ist normal. Auf der FAQs-Seite und im Forum findest Du einige Tricks, wie Du die Ansätze und Spitzen trotzdem zum verfilzen bringst.

   

-|| Schritt 3: Direkt nach dem Dreaden... ||-

OK, Du hast es bis hierher geschafft? Sehr gut, wenn Du willst, kannst Du jetzt noch die Spitzen mit einem kleinen Gummiband befestigen. Am Anfang ist das sinnvoll, weil die Spitzen leich aufgehen werden. Verfilze die Spitzen so gut wie es geht (Du wirst merken, dass das ziemlich schwer ist, weil Du nur noch eine kleine Spitze von der Strähne zum festhalten haben wirst...) Knicke lege die (nicht oder kaum verfilzten) Haare an den Spitzen um und befestige sie mit einem Gummiband am Dread. Das Band sollte natürlich sehr fest sitzen, die Spitzen werden dann mit der Zeit mit in den Dread verfilzen und Du hast einen schönen runden Abschluß der Dreadlocks. Wenn Du willst, kannst Du, nachdem Du die Spitzen mit einem Gummiband befestigt hast, die unvefilzten Haare natürlich auch einfach abzwicken, aber mir wären meine Haare dazu zu schade... ;) Lass auf jeden Fall den ein oder anderen Millimeter überstehen. Es hilft auch, wenn Du unverfilzte Enden täglich mit den Fingerspitzen rollst, mit der Zeit sollte das dann ganz nette Spitzen geben.

   

-|| Schritt 4: Wax... ||-

Wenn Du spezielles "Dreadwax" verwenden willst, dann ist jetzt die Zeit dafür. Das Wax soll helfen, den Dread zusammenzuhalten und ihn schneller verfilzen lassen. Ob das Zeugs wirklich wirkt, muss am besten jeder selbst ausprobieren, im Forum gibt es sehr unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema...
Nimm das Wax und reibe es etwas zwischen Daumen und Zeigefinger, um es etwas flüssiger zu machen. Noch einfacher ist es, das Wax vorher mit einem Fön zu erwärmen.
Fang an den Ansätzen an und reib das Zeugs in den Dread rein. Nimm nicht zuviel ! Es sollte genug Wachs sein, dass Du es fühlen kannst, aber nicht soviel, dass man es sehen kann. Du machst hier keine Kerzen...
Normalerweise reicht Wachs in der Größe eines Bonbons für einen Dread (es kommt natürlich auf die Länge Deiner Haare an)

   

GRATULATION, DU HAST DEINEN ERSTEN DREADLOCK !

Jetzt kommen je nach gewählter Dicke Deiner Dreads noch 30 - 100 weitere dazu.
Aber die packen wir jetzt auch noch, oder ??


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